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In Famagusta

Von Zypern Urlaub | 17.February 2009

Zypern - Tag 6, 16.02.2009: Vor 700 Jahren war Famagusta eine der reichsten Städte der Welt. Heute ist es eine der bizarrsten. Hier kann man gut einen ganzen Tag verbringen. Übrigens: Auf türkischen Karten heißt die Stadt Gazi Magusa, auf griechischen Ammochostos. Famagusta ist der venezianische Name, den auch die Engländer benutzten und der sich bis heute bei uns Im Westen gehalten hat.

Famagusta hat eine irre Altstadt. Sie ist noch ganz von ihren mittelalterlichen Wallgräben und Festungsmauern umgeben, nur wenige Tore führen hinein. Innerhalb der Mauern stehen Dutzende gut erhaltener Ruinen gotischer Kirchen, auf die jede französische Altstadt Stolz wäre. Hier ragen sie keinen Steinwurf voneinander entfernt in den Himmel.

Die gotische Kathedrale in Famagusta 

Die über 700 Jahre alte gotische Kathedrale der katholischen Könige von Zypern – heute als Moschee genutzt - steht gleich neben der Georgskathedrale der griechisch-orthodoxen Stadtbewohner (siehe Foto), Johanniter- und Templerritter hatten ebenso Kirchen erbaut wie zahllose reiche Kaufleute. Zwischen all den Kirchenruinen und der mächtigen Fassade des alten venezianischen Statthalterpalastes  liegen verwilderte Wiesen und kleine, einfache Häuschen, stehen Lagerhallen und Schulgebäude im britischen Kolonialstil. Die EU hat in den letzten Jahren über die UNO viel Geld gespendet, um die alten Lagerhallen zu restaurieren und darin ebenso wie in der alten Markthalle Cafés und Restaurants einzurichten – wodurch Famagusta auch abends sehr attraktiv ist, wenn der Mond die romantischen Kirchen und Ruinen bescheint.

Warum war Famagusta im 14./15. Jh. so reich? Das Unglück der Kreuzritter war das Glück Famagustas. Nachdem die Moslems im 13. Jh. die Christen aus Palästina und Syrien vertrieben hatten, brauchte der christliche Levante-, Indien- und Chinahandel einen neuen Umschlagsplatz, zumal der Papst christlichen Schiffen untersagt hatte, die Häfen der Araber anzulaufen. Also brachten Araber und christliche Schmuggler die begehrten Gewürze, Seidenstoffe und anderen Kostbarkeiten des Orients nach Famagusta, wo sie dann von den Kaufleuten Europas erworben werden konnten. Auch der liebe Gott bekam seinen Anteil am Gewinn – in Form der vielen prächtigen Kirchen!
Allen, die mit dem Mietwagen nach Famagusta kommen, empfehle ich, zunächst einmal durch eins der Tore in die Altstadt hineinzufahren und dann die Mauern innen im Uhrzeigersinn zu umrunden. Da bekommt man schon einmal das richtige Gefühl für die Stadt.

Danach kann man dann irgendwo in der Altstadt parken und zu Fuß zur Kathedrale gehen, die immer noch das Altstadtzentrum markiert. Wer in Famagusta auch übernachten will, geht ins Hotel Portofino an der Straße, die direkt an der Außenseite der Stadtmauer zwischen Hafen und Landtor verläuft (www.portofinohotel-cyprus.com, DoZi mit Frühstück ca. 40 €, im Sommer Pool auf dem Dachgarten mit schönem Altstadtblick).

Autor: Klaus Bötig

Beitrag aus: Klaus Bötig's Zypern Reisetagebuch |


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